Gartner Wand

So ein schönes Altweibersommerwochenende wie das vergangene konnten wir natürlich nicht vergehen lassen, ohne in die Berge zu fahren. Um unsere vor einem Jahr gefassten Pläne umzusetzen, haben wir uns für den Samstag für eine Tour auf die Gartner Wand (2376m) entschieden.

Kurz nach sieben starten wir am Parkplatz in Obergarten. In der Morgensonne leuchtet die Kalkwand vor uns auf.

Gartner Wand im Morgenlicht

An der Gartner Alm vorbei hinauf zum Sommerbergjöchel folgen wir dem gleichen Weg, wie vor einem Jahr zur Pleisspitze. Unterwegs sehen wir eine riesige Herde Gämsen, garantiert an die 30 Tiere, die vor uns den Weg überquert und sich dann das Kar hinaufarbeitet. Für Fotos sind sie leider zu weit weg. - Trotzdem ein schönes Erlebnis. Am Joch kommt dann die Entscheidung: nach rechts oder nach links?

Sommerbergjöchl

Wir entscheiden uns, auch wenn hier einige Schneefelder liegengeblieben sind, für den Weg nach links auf die Gartner Wand. Anfangs ist der Weg, vom Schnee abgesehen, nicht weiter schwer, doch nach kurzer Zeit erreichen wir die ersten Kletterstellen.

Teilweise sind diese drahtseilgesichert, so dass wir unser mitgebrachtes Klettersteigset dankbar einhängen können. Zwischendrin kommen dann aber auch ungesicherte, ausgesetzt-luftige Passagen - zu viel nachdenken über die steilen Kare zu beiden Seiten sollte man hier nicht...

Im Aufstieg

Insgesamt kommt der Weg uns schwerer vor, als der Aufstieg auf die Hohe Geige vor zwei Wochen. Die freien Kletterstellen sind zwar alle im Ier-Bereich und die "Klettersteig-Stellen" zwischendrin sind vielleicht B, höchstens C - aber dafür gibt es keine Entspannungspausen zwischendrin und man bewegt sich ständig über dem Abgrund. Abgesehen von den wirklichen Klettersteigen würde ich das hier als einen der anspruchvollsten Bergwege meiner bisherigen Bergsteigelaufbahn bezeichnen...

Aufstiegsweg

 In den kurzen Augenblicken der Entspannung bietet sich aber ein toller Ausblick hinüber zur Pleisspitze:

Pleisspitze

Auch die Wand selber ist sehr eindrucksvoll:

Gartner Wand

 Endlich sind wir oben auf dem Grat und das Gehen wird um einiges einfacher. Auf einem bequemen Pfad gelangen wir hinüber zum Gipfel.

Westgipfel

Dort gibt es erstmal eine Brotzeitpause, bei der wir die tolle Aussicht genießen. Sei es nach Süden, wo wir Wildspitze und Hohe Geige erkennen:

Wildspitze

Oder nach Norden auf das Zugspitzmassiv:

Zugspitze

Auch ein Blick zurück auf den Aufstiegsweg ist drin:

Aufstiegsweg

Dann laufen wir weiter entlang des Grates. Zunächst ist der Weg hie sehr einfach, wird dann aber zunehmend schmaler und ausgesetzter, bis wir auf einem schmalen Felsband entlang turnen, neben dem ein Kar ungebremst zum Fernpass hinabstürzt. Ein Fehltritt hätte hier fatale Folgen.

Gartner Wand

Schließlich folgen noch ein paar Kletterstellen - und dann stehen wir plötzlich auf einem Nebengipfel des Grubigstein. Von hier aus hat man noch einmal einen wunderbaren Blick zurück auf die Wand.

Gartner Wand vom Grubigstein

Waren wir bisher nahezu allein unterwegs, trifft uns hier ein Kulturschock. Wahre Menschenmassen sind hier unterwegs, zum Teil mit der Seilbahn hinaufgekommen und daher etwas unbedarft, was unsere Ausrüstung betrifft. - So muss ich etwa die Frage über mich ergehen lassen, ob ich gestürzt wäre - weil die Knie meiner Hose so dreckig sind...

 Grubigstein und Zugspitze

Über den Grubigstein und die Grubigsteinhütte steigen wir hinab zur Wolfratshauser Hütte. Dort wollen wir eigentlich etwas kühles trinken. Doch herrscht dort ein solcher Betrieb, und unverständlicherweise hat die Hütte keine Selbstbedienung, dass wir nach einer Viertelstunde warten die Bedienung immer noch nur von fern zu Gesicht bekommen haben.

Also ziehen wir unverrichteter Dinge weiter. Auf der Gartner Alm unternehmen wir noch einen Versuch, aber auch hier haben wir keinen Erfolg, so dass wir weiter absteigen. Um drei sind wir dann wieder am Auto und können die Heimreise antreten. - Schön war's!

 

26.9.11 09:58

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