Hohe Geige

Das vergangene Wochenende haben wir wieder zum größten Teil in den Bergen verbracht. Genauer gesagt wieder im Pitztal, diesmal zum Besteigen der Hohen Geige (3395m).

Um uns ein wenig Anfahrt zu sparen haben wir die Nacht wieder beim Bruder von meinem Freund in Farchant verbracht. Auch so hieß es um 4:30 Uhr aufstehen, so dass wir dann pünktlich um 7 Uhr am Parkplatz loslaufen konnten. Der gegenüberliegende Kaunergrat leuchtet schon in der Morgensonne, während wir noch im Schatten laufen.

Kaunergrat im Morgenlicht

Je höher wir kommen, desto mehr tritt die Watzespitze hervor:

Kaunergrat

Nach eineinhalb Stunden erreichen wir dann die Rüsselsheimer Hütte, wo wir uns für ein lager für die Nacht vormerken lassen, bevor es weiter nach oben geht.

An der Rüsselsheimer Hütte

Hinter der Hütte ist erstmal der Talkessel zu durchqueren. nachdem der Mainzer Höhenweg nach rechts und der Weg über den Westgrat nach links abgegangen sind, führt der Weg zunächst durch ein Kar, dann auf die Moräne des Geigenferners, dessen Reste über uns erkennbar sind.

Nach einiger Zeit kommen dann die ersten Kletterstellen (I). Dort holen wir bald ein älteres Paar ein, das mit Bergführer unterwegs ist. Einige Zeit bleiben wir hinter ihnen und ruhen uns bei dem langsamen Tempo ein wenig aus. Irgendwann lassen sie uns dann vorbei und wir können in unserem Tempo weitersteigen. Es folgt eine lustige Kraxelei durch Blöcke, bis wir schließlich wieder mit dem Weg über den Westgrat zusammentreffen.

Aufstieg

Schließlich erreichen wir einen kleinen Kessel mit Eisfeld. Hier ist endlich auch der Gipfel sichtbar. - Ein wenig enttäuschend dieser Schutthaufen. In kleinerem Maßstab, könnte er auf jeder Baustelle rumliegen.

Gipfel der Hohen Geige

Zur Durchquerung des Kessels gibt es im wesentlichen drei Möglichkeiten: 1. Über das Eisfeld, 2. Oberhalb des Eisfelds durch den Schutt, oder 3. Unterhalb des Eisfelds um den See und dann durch die Karflanke.

Wir probieren zunächst Variante 1. Da das Eisfeld aber recht blank wirkt, außerdem hängt und wir keine Steigeisen dabei haben, entscheiden wir uns dann für die zweite Variante. Nicht unbedingt die beste Entscheidung, denn der Schotter ist sehr rutschig und das Gehen recht anstrengend.

Schließlich haben wir es aber geschafft und es folgt nur noch der letzte Anstieg durch Blöcke bis zum Gipfel, den wir 4 Stunden nach Aufbruch von der Hütte erreichen. Oben werden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Südlich erhebt sich die Wildspitze:

Wildspitze

Westlich die Watzespite:

Watzespitze

Südöstlich spitzt der Similaun:

Similaun

Und nach osten kann man zum Timmelsjoch hinübersehen:

Pirchelkarferner (?)

Nach einer Stunde Gipfelpause geht es dann wieder hinunter zur Hütte. Unterwegs sehen wir noch von fern in einem Kar ein Rudel Steinböcke. - Die können sich ganz schön gut tarnen die Viecher! Wenn sie nicht gepfiffen hätten, hätten wir sie nie entdeckt.

In der Hütte gibt es dann viel zu Trinken und ein ausgiebiges Abendessen. Dann gehen wir bald schlafen.

Da wir früh wieder in München sein wollen, stehen wir um 6 Uhr auf, frühstücken um 6:30 Uhr und sind um 7 Uhr im ersten Morgenlicht wieder unterwegs.

Sonnenaufgang an Watzespitze

Der Abstieg geht schnell voran und nach etwa einer Stunde sind wir wieder am Auto und können die Heimfahrt antreten.

Abstieg

 

12.9.11 09:51

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