Zugspitze

Da dieses Wochenende endlich wieder schönes Wetter war, hat es uns natürlich wieder in die Berge gezogen. Eigentlich wollten wir gemeinsam mit einer Freundin gehen, doch da sie nur am Samstag und wir nur am Sonntag Zeit hatten, mussten wir allein gehen. Wir haben uns für die Zugspitze und dabei für den kürzesten Aufstieg über die Wiener Neustädter Hütte und den sogenannten Stopselzieher entschieden.

Um die Anfahrt etwas abzukürzenübernachteten wir von Samstag auf Sonntag bei meinen Eltern in Wolfratshausen. Um vier stehen wir auf und sind gegen halb fünf unterwegs. Um sechs stehen wir dann aufbruchbereit am Parkplatz der Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald.

Zunächst folgt der Weg einer Skiabfahrt steil nach oben. Schnell gewinnen wir an Höhe und können bewundern wie die Morgensonne den gegenüberliegenden Daniel orange erstrahlen lässt.

Daniel

Unten im Tal Richtung Fernpass liegt dagegen noch dichter Nebel.

Fernpass

Kurz nach der Baumgrenze wird der Weg dann schmaler und führt zunächst durch ein Geröllfeld. Dann geht es drahtseilversichert aber recht eben mit Tiefblicken auf den Eibsee an der Bergflanke wieder Richtung Norden. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg stehen wir unter dem Mittelmast der Seilbahn. Eine Kurve später taucht vor uns die Wiener Neustädter Hütte auf. Vor uns ragt nun die Felswand auf, durch die der Klettersteig nach oben führt.

Rechts im Bild kann man den Kamin am Einstieg, den sogenannten Stopselzieher, und oben schon die Seilbahnstation am Gipfel erkennen. 

Stopselzieher

Direkt am Einstieg legen wir Helm und Klettersteigset an. Der Helm ist hier im brüchigen Fels sehr wichtig. Auf das Klettersteigset hätten wir im Nachhinein gut verzichten können, denn der Steig hat nur Schwierigkeit A-B und ist nie wirklich ausgesetzt.

Zunächst geht es durch den Kamin, häufig über Klammern und Stifte, dann durch das Kar nach oben. Versicherte und unversicherte Stellen lösen sich hier ab. Nach knapp zwei Stunden im Klettersteig erreichen wir die alte Seilbahnstation, die nach einem Brand in den 60ern aufgegeben wurde.

Alte Seilbahnstation

Kurz oberhalb der Station treffen wir auf den Weg, der vom Platt hinaufführt. Hier sind Menschenmassen unterwegs, die entweder mit der Zahnradbahn zum Sonnalpin hinaufgefahren sind und den letzten Gipfelanstig selber machen wollen, oder aber über Reintal oder Gatterl aufgestiegen sind.

Der betonierte Gipfelaufbau selbst wirkt wie ein Frendkörper. Über eine Beton- und Stahltreppe, die nach dem ganzen Fels sehr ungewohnt zu gehen sind, erreichen wir schließlich das "Disneyland" der Plattform. Vorbei an Würstchenbuden und Bierbänken bewegen wir uns Richtung Gipfel.

Dieser ist genau so überfüllt wie der ganz Rest. Menschen mit Sandalen und Turnschuhen, Kleinkinder im Schlepptau, kraxeln über den drahtseilgesicherten, ausgesetzten Steig hinauf zum Gipfelkreuz. Dort muss man dann aufpassen, nicht ins Höllental hinuntergekehrt zu werden. - Ein Wunder, dass hier nicht öfter was passiert...

 Zugspitzgipfel

Wir bleiben auch nicht lang auf dem Gipfel, werfen nur einen Blick hinab ins Höllental - nächstes mal kommen wir da rauf! - und treten dann den Weg in sicherere Gefilde an.

Höllental

Auf der Betonplattform genießen wir dann die grandiose Fernsicht. Mit einem mitgebrachten Panoramafoto ausgestattet, identifizieren wir die Gipfel und stellen fest, dass wir nach Westen bis in die Schweiz sehen können. Im Süden steht der Alpenhauptkamm mit Wildspitze und Habicht, dahinter spitzt sogar der Ortler, wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Im Osten ist es etwas wolkiger, doch Großglockner und Großvenediger sind ebenfalls fern am Horizont zu erkennen.

 Ötztaler Alpen

Hohe Munde

Auch die nähere Umgebung mit Jubiläumsgrat und Alpspitze ist sehr eindrucksvoll.

Jubiläumsgrat

Und da Dohlen intelligent sind und wissen wie leicht sie hier Futter finden, wimmelt es hier nur so von diesen Tieren.

Dohle

Nachdem wir uns satt gesehen haben, wollen wir uns auch satt essen und kehren auf Spezi und Germknödel im Münchner Haus ein. In der Sonne sitzend lassen wir es uns gut gehen.

Ausgeruht und gestärkt kämpfen wir uns unseren Weg durch die Massen hinüber zur Tiroler Seilbahnsation. Wir kaufen eine Talfahrt (schrecklich überteuert!) und erwischen gleich eine Gondel nach unten. Innerhalb von zehn Minuten legen wir nun den Weg zurück, für den wir nach oben vier Stunden gebraucht haben. - Unsere Ohren mögen das übrigens gar nicht... Am frühen Nachmittag können wir dann wieder die Heimreise antreten.

23.8.10 10:17

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